Persönlichkeitsentwicklung in der Praxis

Sport und Mental Health – ein Erfahrungsbericht

2009: Als ich aus der Schule und an die Uni kam hasste ich Sport. Es war schrecklich. Ich wollte mich nicht mehr bewegen als nötig. Anstrengung war unangenehm. Und wenn ich an Sporthallen dachte, dann dachte ich an schlechte Luft, furchtbar sitzende Sportkleidung, meine vielen Schwächen und Unzulänglichkeiten meinen Altersgenossen gegenüber und viele, viele unangenehme Schulszenen aus Umkleideräumen. Vom Deo über die Kleidung bis zur Bewegung selbst und dem ständigen Vergleich mit anderen war es insgesamt einfach eine Qual. Ich hasste Sport.

 

2018: Seit 3 Monaten gehe ich 4-5x wöchentlich ins Fitness-Studio und trainiere am sechsten Tag zuhause. Und ich liebe es!

 

Was ist dazwischen passiert?

 

Dazwischen liegen fast 9 Jahre. 9 Jahre, die mit Bandscheibenvorfällen als 19-Jährige begannen. 9 Jahre voller Ausprobieren – Aikido, Physiotherapie, Badminton, Kickboxen, Schwimmen, Bauchtanz, Salsa, Yoga und sogar Joggen! Okay, das mit dem Joggen habe ich nicht wirklich durchgezogen. Ich war höchstens 3x Laufen. Am längsten blieb ich beim Tanzen – für ein paar Monate. Doch es gab stets mehr Gründe aufzuhören als dranzubleiben. Der umständliche (oder unheimliche) Weg zur Halle, die extra Zeit nur um dorthin zu kommen, der Muskelkater, die Vergleiche mit anderen – immer sportlicher wirkenden – Studenten, nicht zuletzt das Gefühl keine Fortschritte zu machen.

 

Mein erster „Durchbruch“

Ich weiß es noch genau. Ich ging eigentlich nur spazieren. Ich lief in Heidelberg eine sehr steile Straße Richtung Heiligenberg hoch und dachte plötzlich: „Oh, Bewegung, Anstrengung ist eigentlich angenehm!“. Eine Erkenntnis, die mir gleichzeitig banal und doch tiefgründig erschien. Und die mir zeigte, wie negativ ich eigentlich wirklich zu Bewegung stand.

 

Doch ich musste mich bewegen. Ich brauchte Bewegung. Mein Rücken brauchte es. Denn noch war ich jung genug, dass mein Rücken sich von diesem „Schlag“ erholen könnte, wenn ich nur die dafür notwendige Muskulatur aufbauen würde. Und ich wusste natürlich, dass Sport insgesamt wichtig war. Und ich hatte sogar einen deutlichen Bewegungsdrang, den ich immer wieder spürte! Nur immer wenn ich anfing, fand ich es unangenehm, anstrengend, peinlich. Es tat mir einfach nie gut, denn ich fühlte mich stets schlecht. Außer im Spiel oder manchmal beim Tanz, wenn ich die Anstrengung an sich vergaß. Aus diesem Grund hätte ich mir auch nie träumen lassen oder vorstellen können, irgendwann einmal regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen…

 

Mein zweiter „Durchbruch“

2014/15 in Kyoto, Japan. Ich entdecke YouTube und darin auch jede Menge Trainingsvideos. Ich entdecke unter anderem Joanna Soh und ihre Heimvideos. Ich lade mir herunter: „5 Minutes Ab Exercise in Bed“. Und noch ein 5-Minuten-Dehnungsvideo von Fitness Blender. 5 Minuten kriege selbst ich hin. Und Joanna sagt immer „A short workout is better than no workout!“. Ich glaube ihr. Es scheint Sinn zu machen. Ich probiere es aus. Es geht. Niemand sieht mich morgens in meinem Zimmer. Niemand sieht, wie schlecht mir meine Sachen sitzen und wie viele Wiederholungen ich in meinem Bett schaffe. Und nach ein paar Wochen – die ersten Verbesserungen! Ich mache diese Übungen jetzt fast jeden Tag.

Und ich spüre sogar kleine Verbesserungen in meinem Rücken – etwas mehr Beweglichkeit.

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Mein dritter „Durchbruch“

Facebook. Eine Werbeanzeige. Von einem Fitness-Studio. Es sieht klein aus. Keine große Kette. Das Video dafür auch nicht „professionell“ genug gestaltet. Der Trainer stellt das Programm vor: „Fit bis Weihnachten – Challenge“. Ein PR-Gag. Ein Marketing-Funnel. Ich trage meine Kontaktdaten ein. Warum? Das frage ich mich auch…

Ein Telefonat und ein Probetraining beim TFW Heidelberg später entscheide ich, die Challenge mitzumachen. Warum auch nicht? Ich habe gerade Zeit und das Gefühl, dass jetzt ein guter Zeitpunkt dafür wäre. Und ich bin entschlossen Brendon Burchards Rat zu folgen und eine der wichtigsten High Performance Habits in meinen Alltag einzuführen: 6x täglich Sport. Für mehr Energie, mehr Klarheit, mehr Produktivität. Ich brauche das! Und das Training fordert von mir sowieso, dass ich mindestens 3x wöchentlich kommen soll. Ich gehe 6 Tage.

Es ist ein Wunder. Es funktioniert. Ich verstehe mich gut mit dem Trainer, den anderen Leuten und es gibt mal Mitglieder, die „fitter“ sind als ich und mal nicht. Ich mache Fortschritte. Ich schaffe es! Es ist ein Wunder…

Sport & Mental Health

Brendon hatte recht. Täglicher Sport führt definitiv zu einem Level-up meiner Performance. Ich bin emotional stabiler. Ich bin etwas glücklicher. Auf einmal stehe ich morgens nicht mehr mit dem Gefühl auf mein Leben sei scheiße und es dauert erst einmal ein paar Stunden, einen Kaffee und ein Stück Kuchen bis ich anders fühle. Wenn ich vorher etwa 30% zufrieden war, dann bin ich es jetzt – dauerhaft! – 40%. Es ist einfach der Wahnsinn. Menschen, die mich kennen, wissen, wie sehr ich seit ein paar Monaten mit dem Sport nerve. Aber es ist ein Game Changer!

 

Alles Liebe

Eure

Michaela

 

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