Persönlichkeitsentwicklung in der Praxis

Was ist der Unterschied zwischen Persönlichkeitsentwicklung und Personal Development?

Ist „Persönlichkeitsentwicklung“ eine adäquate Übersetzung für„Personal Development“ ins Deutsche?

Das Problem: Persönlichkeitsentwicklung als Selbstoptimierung

Eigentlich wäre eine wörtliche Übersetzung von Personal Development „persönliche Entwicklung“, eine Entwicklung, die wir als Person durchmachen. Während „Persönlichkeitsentwicklung“ eher auf die individuelle Persönlichkeit aufmerksam macht, die zu uns als Person gehört, doch zumindest im Deutschen wird die Persönlichkeit als ein Attribut, eine Art Eigenschaft von Personen gehandhabt. Jemand hat diese oder jene Persönlichkeit. Das impliziert, dass er oder sie auch eine andere hätte haben können und trotzdem dieselbe „Person“ gewesen wäre. „Persönlichkeit“ ist im deutschen Sprachgebrauch außerdem auch etwas, das gebildet werden will, das kultiviert werden kann. Durch Erziehung zum Beispiel. Vor allem eine gute – oder gar gutbürgerliche? „Persönlichkeitsentwicklung“ hat unter dieser Perspektive ein bestimmtes, gesellschaftlich anerkanntes Ziel vor Augen. Und das macht aus Persönlichkeitsentwicklung ein Unterfangen gesellschaftlich konform zu sein. Und genau das ist es, wogegen so viele von uns rebellieren.

Es gibt bereits eine Menge gesellschaftlicher Regeln und Normen, denen wir uns unterordnen müssen, um akzeptierte Mitbürger und verantwortungsvolle Menschen zu sein. Und nun müssen wir auch noch unsere Persönlichkeit hiernach formen und ausrichten? „Selbstoptimierung“ wird dies auch oft genannt. Ein verbessertes Modell unserer Persönlichkeit. Was da mitschwingt ist ein Hauch von „nicht gut genug“.

 

Die Lösung: Persönlichkeitsentwicklung als Persönliche Entwicklung

Wenn ich demgegenüber einfach „Persönliche Entwicklung“ setze, dann gibt es hier kein vordefiniertes Ziel. Wir streben zwar nach „Mehr“, aber jetzt als Selbstzweck. Nicht als Mittel zum Zweck. Wir machen uns nicht zum Mittel für andere. Es geht nicht um „Gefügigkeit“ oder „Anpassung“, sondern um unser persönliches Wachstum – aus einem inneren Bedürfnis heraus mehr zu sein, mehr zu tun und mehr zu erleben. Eine alternative und anerkannte Übersetzung, die sich zum Beispiel in Dict.org findet, ist „Persönlichkeitsentfaltung“. Dies kommt dem oben Beschriebenen schon näher. Doch dieser Begriff geht mir zu sehr von der Annahme eines inneren „Persönlichkeitskerns“ aus, wie einem Samen, der sich zu einer vollständigen Pflanze entwickeln will. Sicherlich ein schönes Bild, doch da ich jeden von uns mit anderen Menschen und den Dingen um uns herum auf’s Tiefste verwoben sehe, scheint mir diese Metapher noch zu eingeschränkt. Obwohl zweifellos auch eine Pflanze symbiotisch mit ihrer Umwelt verbunden ist, wird dieses Bild doch mehr als Symbol für Autarkie verwendet als für die Verwobenheit und manchmal sogar Schwammigkeit der Grenze zwischen unserem Selbst und Person und unserer Umwelt.

Aus diesen Gründen möchte ich Personal Development lieber als Persönliche Entwicklung übersetzen. Damit meine ich eine Entwicklung, die wir für uns selbst herbeisehnen, weil dieser Prozess an sich uns erfüllt. Eine Entwicklung ohne von außen vorgegebenes Ziel. Die einzigen Ziele, die wir haben, sind von uns selbst gewählt. Und sei es, dass wir eine bestimmte negative Konsequenz vermeiden oder abwenden wollen. Es ist und bleibt unsere Entscheidung. Wir allein haben die Macht über sie. Sich daran zu erinnern gehört zu den tollsten und überragendsten Emotionen, die ich kenne: Empowerment Bestärkung. Doch diese – vollständige – Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen kann auch sehr, sehr schwer sein bis zu einem Punkt, an dem man regelrecht an sich selbst verzweifelt.

 

Der Prozess: Veränderung als Abenteuer und Herausforderung

Und ja, ich kenne diesen Zustand besser als mir lieb ist. Und ja, diese Webseite und diese Philosophie sind ebenfalls aus diesem Gefühl heraus entstanden. Aus dem Spiel zwischen Licht und Schatten, Depression und Motivation. Und genau dadurch möchte ich euch, meine Leser, helfen zu navigieren. Mit allem, was ich auf meinem eigenen Weg bereits gelernt habe. Mit allen Ratschlägen und den dazugehörigen Erfahrungen. Mit echten Lösungen für echte Probleme. Und mit echtem Verständnis für echte Schwierigkeiten. Aber auch mit echtem Mut zu echter Veränderung.

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